16.06.2016

Öffentliche Vorlesung des Psychologen Felix Schönbrodt

„Die Glaubwürdigkeitskrise in der Wissenschaft: Open Science als Antwort“

„Die Glaubwürdigkeitskrise in der Wissenschaft: Open Science als Antwort“ – unter diesem Titel hält Dr. Felix Schönbrodt von der LMU München am 13.Juli 2016 um 18.30 Uhr im Vortragssaal der SLUB einen öffentlichen Vortrag. Die Reproduzierbarkeit von Befunden ist ein Kernkriterium von Wissenschaft. Groß angelegte Replikationsprojekte in Psychologie, Medizin oder Ökonomie zeigten in den letzten Jahren jedoch, dass sich nur 20-40% der berichteten Befunde replizieren ließen. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die bisherigen Anreizstrukturen besonders lange Literaturlisten bevorzugen,
die überraschende, neuartige Befunde beinhalten, welche häufig auf sehr kleinen Stichproben beruhen und statistisch "just significant" sind.
Dies führte einerseits zu einer Glaubwürdigkeitskrise: "Welchem Ergebnis können wir überhaupt noch trauen?". Andererseits hat sich in den letzten Jahren bereits viel in Richtung "Open Science" bewegt, mit dem Ziel, die Forschung transparenter, replizierbarer, und damit glaubwürdiger zu machen. Auch Wissenschaftsorganisationen wie DFG oder EU Research Council gehen inzwischen entschieden in diese Richtung. In seinem Vortrag wird Felix Schönbrodt einen kurzen Überblick über den neuesten Stand der aktuellen Glaubwürdigkeitskrise geben und aufzeigen, warum Open Science eine
Antwort auf die Krise sein muss. Das hat Implikationen für Forschungspraxis, Lehre, Berufungen, Statistik, und Journal-Richtlinien.